Sonntag, 27. November 2011

Osterpaddeln auf dem Rhein (Deutschland, Schweiz, April 2009)

 Alles ins Busle werfen, der Rest auf's Dach, klappt auch ohne wirkliche Vorausplanung...


Vom Bodensee bis Schaffhausen kennen wir schon, wir sind gespannt wie es wohl nach den Rheinfällen weitergeht.


 Nee, da paddeln wir lieber nicht runter...




Auf der Strecke sind einige Wasserkraftwerke mit Stauwehren, die mit automatischen Bootswagen der Luxusklasse ausgerüstet sind. Kaum nähert man sich der Einfahrt, setzt sich wie von Geisterhand der Wagen in Bewegung, nicht mal aussteigen muss man!



 Im Faltboot über Land!


 Ganz sanft dem Wasser entgegen.


 Viele schöne Rastplätze mit Kiesufer


Schön war die traditionelle Ostertour!


Kajaktour auf der Elbe, Schöna - Glückstadt (Deutschland, ca. 2005 - 16)

Seit langer Zeit war es einer meiner Träume, Deutschlands längsten ohne Portagen paddelbaren Fluss bis zur Nordsee runterzufahren.
Mit der Ankunft in Schöna an der Tschechischen Grenze beginnt das Abenteuer Elbe.



 Bei strammem Gegenwind elbabwärts durchs Elbsandsteingebirge. Von Wanderungen her kenne ich die spektakulären Felsformationen an den Ufern schon, hier aus der Bootsperspektive gesehen ist jedoch alles wieder ganz anders.


 Ein Prachtstück der renovierten Raddampferflotte von Dresden kommt mir entgegen.
 Im Gegensatz zu anderen Schiffen verursachen die Raddampfer kaum Wellenschlag.


 Burg Rathen mal von unten gesehen.


 Wunderschön mäandert die Elbe durch die Landschaft.


 Ausschau halten nach einem möglichen Zeltplatz - doch dummerweise fast alles Privatufer.


Kurz vor Dresden überall am Ufer prächtige Villen, denen man die vergangenen Hochwasserkatastrophen nicht ansieht.


 Die erste große Straßenbrücke kündigt das Zentrum von Dresden an.


 Am linken Ufer die berühmte Dresdner Altstadt.


Leider soll hier bald eine riesige, moderne Brücke entstehen, weswegen die Unesco den Dresdnern den Weltkulturerbestatus aberkannt hat.


Nach der Passage von Meissen wird die Landschaft flach und weitläufig. Deiche, Buhnen und Sandbänke an den Ufern prägen das Bild des stets mit ca. 5 km/h dahinfliessenden Flusses.
 Mit der Durchfahrt von Magdeburg steht ein weiteres Highlight bevor. Ebenfalls ein guter Ort für den Start oder das Ende einer Elbfahrt!
Die Etappenplanung lässt sich wegen der zahlreichen Kanu-, Ruder- und Bootsclubs, bei denen man kostengünstig zelten kann, beinahe beliebig gestalten. Beim Wildzelten allerdings sollte man die Beschränkungen beachten, z.B. Biosphärenreservat in der Dessauer Gegend.


Kurz nach Magdeburg auf den ersten Blick eine unscheinbare, moderne Strassenbrücke, in Wahrheit aber ein Wasserstrassenkreuz. Hier fahren grosse Frachtschiffe quer über die Elbe hinweg!


Sehr schön, wenn nach der täglichen Paddelei der Abend an solchen Ufern ausklingen kann!


Auch für Mittagspausen findet sich immer eine schöne Sandbank.


Oder man lehnt sich einfach zurück und lässt sich treiben bis man wieder Lust auf Paddeln hat. So kann man im Prinzip auch 40 km pro Tag vorankommen...


In einem anderen Jahr wird die Tour fortgesetzt. Anderes Jahr - anderes Boot...
Dank der recht gut ausgebauten Schienenstrecken zwischen den Städten an der Elbe, lässt sich An- und Abreise recht gut mit dem Zug organisieren.


Aber egal mit welchem Boot, die Elbe ist immer gleichschön!


Je näher man dem einzigen Stauwerk bei Geesthacht kommt, desto ruhiger wird der Fluss.


Eine Sandbank schöner...


...als die nächste!


An der Schleuse von Geesthacht steigt die Spannung. Können wir Paddler uns zwischen die Frachter reintrauen?


Die Anweisungen sind klar: Hinter der Berufsschiffahrt bleiben und an einer Motoryacht längsseits gehen - schon geht's abwärts.


Wenn man kurz nach Hochwasser abwärts schleusst, wird man schneller als gedacht in Richtung Hamburg gespült. Kurz vorher am Elbteiler, muss man sich dann zwischen Norder- oder Süderelbe entscheiden. Ich nehme wegen der besseren Anlandemöglichkeiten (Kanu- / Bootsclubs) und weniger Berufsschiffahrt den Weg durch die Süderelbe.


Am Museumshaven Ovelgönne habe ich den gefährlichsten Teil des Hamburger Hafens passiert. Leider begrüsst mich die Unterelbe mit den typischen Schwierigkeiten eines Gezeitenreviers: Bei ca. 3,60 m Tidenhub muss ich meine Planung nach der ablaufenden Tide ausrichten, Gegenanpaddeln ist nicht drin. Natürlich stehen knapp 4 Beaufort Wind elbaufwärts gegen die Strömung, was zusammen mit dem Wellenschlag der Schiffahrt zu starkem Kabbelwasser führt - Abwärtspaddeln auf der Elbe kaum möglich (zumindest mit meinem Kajak).


Nur mit einem kleinen Trick (wer sagt eigentlich, dass man einen  Fluss abwärts  paddeln muss...? ) ;o)   schaffe ich es letztendlich, die wenigen verbleibenden Elbkilometer zu vollenden.


Bei Glücksstadt erkläre ich "meine" Elbe für beendet, die Nordsee in Sichtweite!
Ein Traum geht in Erfüllung!

(oder wie hat jemand mal gesagt: "Unsere Träume können wir erst dann verwirklichen, wenn wir uns entschließen, einmal daraus zu erwachen.")